Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Gedichte der antiken griechischen Dichterin Sappho vielfach gepriesen, zitiert und, wie ihre Person, künstlerisch weitergedacht. Auch aus der deutschsprachigen Literaturgeschichte ist Sappho nicht wegzudenken: Mehr als 1.000 literarische Texte vom 15. bis zum 21. Jahrhundert sind Zeugnis produktiv-literarischer Sappho-Rezeption. Diese Texte zitieren Sapphos Werk, bauen die Autorin als Figur ein, nehmen auf biographische Theorien und Legenden um sie Bezug und spannen ein intertextuelles Netz mit anderen Rezeptionszeugnissen. Aktuell ist im deutschsprachigen Raum ein starker Anstieg der literarischen Sappho-Rezeption zu beobachten.
Auf dieser Webseite werden Informationen zur literarischen Sappho-Rezeption im deutschsprachigen Raum gesammelt. Dahinter steht ein Dissertationsprojekt, dem eine jahrelange Beschäftigung mit der Sappho-Rezeption vorausgegangen ist, die unter anderem in einer Anthologie zur literarischen Sappho-Rezeption im deutschsprachigen Raum mündete. Nun wird das angesammelte Wissen über die Sappho-Rezeption mit Kenntnissen im Bereich der Digital Humanities verbunden und Sappho Digital zum exemplarischen Use Case für eine digitale Rezeptionswissenschaft.
Die hier aufbereiteten Daten bestehen aus vier Teilen:
Volltexte der Rezeptionszeugnisse werden zu keinem Zeitpunkt angeboten. Eine Textauswahl findet sich in meinem Band Sappho. Texte zur literarischen Rezeption im deutschsprachigen Raum (2023); Links zu Digitalisaten sind in den Verzeichnissen vorhanden. Eine Auswahlbibliographie zur literarischen Sappho-Rezeption ist hier zu finden.
Aktuell (Stand: Februar 2026) ist das Verzeichnis der Rezeptionszeugnisse so weit bearbeitet, dass es auszugsweise veröffentlicht werden kann. Es werden fünf Zugänge angeboten: Es können Belege für alle, prosaische, lyrische, dramatische und sonstige Rezeptionszeugnisse (z. B. Comics) eingesehen werden.
Neben der Gattungszugehörigkeit sind folgende Informationen erfasst und durchsuchbar:
Zu vielen Werken, Autor_innen, Orten, Verlagen und Druckereien werden auch Wikidata-IDs bereitsgestellt.
Das Verzeichnis wird laufend aktualisiert und erweitert. Zu vielen Rezeptionszeugnissen sind bereits fast alle Informationen vorhanden, zu manchen fehlen noch einige.
Die OWL-Ontologie basierend auf der Erlangen OWL-Version des CIDOC Conceptual Reference Models (CRM; ECRM 240307, basierend auf CIDOC CRM 7.1.3), der objektorientierten Version des IFLA Library Reference Models (LRMoo; v1.1.1) und INTRO (the Intertextual, Interpictorial and Intermedial Relations Ontology; beta202506) ist hier zu finden.
Das SKOS-Vokabular ist hier einsehbar.
Sowohl die Ontologie als auch das Vokabular werden fortlaufend weiterentwickelt.
Ontologie-Alignments werden hier visualisiert.
Eine Netzwerkvisualisierung aller Daten findet sich hier. Außerdem ist der Graph hier via SPARQL abfragbar.
Ergebnisse der exemplarischen Analyse werden in die Reiter »Rezeptionsphänomene« und »Statistik« (beide in »Analyse«) integriert. Mehr Informationen zur Analyse sind hier zu finden.
Mit einer Fertigstellung des Projekts ist 2027 zu rechnen. Bis dahin wird die Webseite fortlaufend erweitert.
Excel-Tabellen mit den Daten aus den Verzeichnissen können in den Unterseiten geladen werden. XML/TEI- sowie RDF-Dateien sind über GitHub frei zugänglich.
Grundsätzlich können alle bereitgestellten Daten unter Nennung der Quelle frei weiterverwendet werden.
Sie kennen einen literarischen Text aus dem deutschsprachigen Raum, der mit Sappho zu tun hat, aber hier nicht verzeichnet ist? Über Hinweise jeglicher Art bin ich sehr dankbar: laura.untner@fu-berlin.de.
Sie haben Verbesserungsvorschläge oder gar einen Fehler gefunden? Auch darüber freue ich mich. Am besten gleich ein Issue auf GitHub anlegen.
Die bereitgestellten Daten können unter Nennung der Quelle frei weiterverwendet werden.
Zitiervorschlag:
Laura Untner: Sappho Digital. Die literarische Sappho-Rezeption im deutschsprachigen Raum. Wien/Berlin 2024–[2027], https://sappho-digital.com.
Um eine bessere Reproduzierbarkeit zu gewährleisten, empfiehlt es sich, den Zeitpunkt der letzten Aktualisierung der Daten in der untersten Zeile der Webseite anzugeben.
Ich bin Doktorandin an der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin, assoziiert mit dem Exzellenzcluster »Temporal Communities. Doing Literature in a Global Perspective«. Mein Dissertationsprojekt wird von Frank Fischer (FU Berlin), Anita Traninger (FU Berlin) und Paula Wojcik (Universität Wien) betreut. Gemeinsam mit Henny Sluyter-Gäthje (Universität Potsdam) koordiniere ich das Netzwerk junge Digital Humanities Berlin-Brandenburg; von April bis Juni 2026 bin ich außerdem Gastforscherin am Stanford Literary Lab.
Neben der wissenschaftlichen Arbeit engagiere ich mich in der freien Literaturszene: als Vorstandsmitglied des Unabhängige Lesereihen e. V. und als Mitglied des Kurator_innenteams der Berliner Lesereihe »Schreiben gegen die Norm(en)?«.
Zuvor studierte ich Deutsche Philologie und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Wien und arbeitete von Dezember 2020 bis September 2024 am Austrian Centre for Digital Humanities an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, wo ich mich vor allem mit Karl Kraus (Rechtsakten der Kanzlei Oskar Samek, Dritte Walpurgisnacht) und Arthur Schnitzler (Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren und diverse Nebenprojekte) beschäftigte. Ehrenamtlich leitete ich gemeinsam mit Julius Handl für viele Jahre die Wiener Literaturreihe »Gläserne Texte«.
Eine Auflistung meiner Publikationen ist auf ORCID zu finden. Viele Volltexte sind auch auf ResearchGate verzeichnet. Projektbezogene Publikationen und Vorträge sind zusätzlich hier gelistet, Pressemeldungen, Interviews und Rezensionen hier. Bei Rückfragen stehe ich gerne unter laura.untner@fu-berlin.de zur Verfügung. Auf Bluesky finden Sie mich ebenfalls.
Für Unterstützung bei der Recherche danke ich ausdrücklich Julius Handl.
Für Feedback, Austausch und Unterstützung danke ich zudem Peter Andorfer, Julia Jennifer Beine, Ingo Börner, Frank Fischer, Achim Hölter, Klaus Illmayer, Dimitra Grigoriou, Martin Anton Müller, Bernhard Oberreither, Gregor Pirgie, Lisa Poggel, Henny Sluyter-Gäthje, Amrei Stanzel, Anita Traninger und Paula Wojcik.
Gefördert von der Stadt Wien Kultur (MA 7 Wissenschaft)