Über das Projekt

Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Gedichte der antiken griechischen Dichterin Sappho vielfach gepriesen, zitiert und, wie ihre Person, künstlerisch weitergedacht. Auch aus der deutschsprachigen Literaturgeschichte ist Sappho nicht wegzudenken: Mehr als 1.000 literarische Texte vom 15. bis zum 21. Jahrhundert sind Zeugnis produktiv-literarischer Sappho-Rezeption. Diese Texte zitieren Sapphos Werk, bauen die Autorin als Figur ein, nehmen auf biographische Theorien und Legenden um sie Bezug und spannen ein intertextuelles Netz mit anderen Rezeptionszeugnissen. Aktuell ist im deutschsprachigen Raum ein starker Anstieg der literarischen Sappho-Rezeption zu beobachten.

Auf dieser Webseite werden Informationen zur literarischen Sappho-Rezeption im deutschsprachigen Raum gesammelt. Dahinter steht ein Dissertationsprojekt, dem eine jahrelange Beschäftigung mit der Sappho-Rezeption vorausgegangen ist, die unter anderem in einer Anthologie zur literarischen Sappho-Rezeption im deutschsprachigen Raum mündete. Nun wird das angesammelte Wissen über die Sappho-Rezeption mit Kenntnissen im Bereich der Digital Humanities verbunden und Sappho Digital zum exemplarischen Use Case für eine digitale Rezeptionswissenschaft.

Die hier aufbereiteten Daten bestehen aus vier Teilen:

  • einem für Menschen leicht lesbaren tabellarischen Verzeichnis aller bekannten produktiv-literarischen Rezeptionszeugnisse zu Sappho aus dem deutschsprachigen Raum,
  • einer formalen Ontologie zur maschinenlesbaren Modellierung von detailliertem Wissen über literarische Rezeptionsgeschichten,
  • einem semantischen Graphen mit diesem detaillierten Wissen über 99 exemplarische Rezeptionszeugnisse und 165 Sappho-Fragmente bzw. deren intertextuelle Beziehungen sowie
  • einem kontrollierten Vokabular zur Klassifizierung wiederkehrender Elemente in der literarischen Sappho-Rezeption.

Diese Daten werden auf verschiedene Weisen ausgewertet und aufbereitet. Ein Überblick über alle Bestandteile der Webseite ist hier zu finden. Erläuterungen zur exemplarischen Analyse können hier nachgelesen werden.

Volltexte der Rezeptionszeugnisse werden zu keinem Zeitpunkt angeboten. Eine Textauswahl findet sich in dem Band Sappho. Texte zur literarischen Rezeption im deutschsprachigen Raum (2023); Links zu Digitalisaten sind in den Verzeichnissen vorhanden. Eine Auswahlbibliographie zur literarischen Sappho-Rezeption ist hier zu finden.

Projektstand

Aktuell (Stand: April 2026) ist die Webseite in einem vorläufigen Stand veröffentlicht. Mit einer Fertigstellung des Projekts ist 2027 zu rechnen. Bis dahin wird die Webseite fortlaufend erweitert.

Daten

Alle bereitgestellten Daten können unter Nennung der Quelle frei weiterverwendet werden (CC BY 4.0). Alle Daten sind über GitHub frei zugänglich.

Zitiervorschlag

Laura Untner: Sappho Digital. Die literarische Sappho-Rezeption im deutschsprachigen Raum. Berlin/Wien 2024–[2027], https://sappho-digital.com.

Um eine bessere Reproduzierbarkeit zu gewährleisten, empfiehlt es sich, den Zeitpunkt der letzten Aktualisierung der Daten in der untersten Zeile der Webseite anzugeben.

Über mich: Laura Untner

Ich bin Doktorandin an der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin, assoziiert mit dem Exzellenzcluster »Temporal Communities. Doing Literature in a Global Perspective«. Mein Dissertationsprojekt wird von Frank Fischer (FU Berlin), Anita Traninger (FU Berlin) und Paula Wojcik (Universität Wien) betreut. Gemeinsam mit Henny Sluyter-Gäthje (Universität Potsdam) koordiniere ich das Netzwerk junge Digital Humanities Berlin-Brandenburg; von April bis Juni 2026 bin ich außerdem Gastforscherin am Stanford Literary Lab.

Neben der wissenschaftlichen Arbeit engagiere ich mich in der freien Literaturszene: als Vorstandsmitglied des Unabhängige Lesereihen e. V. und als Mitglied des Kurator_innenteams der Berliner Lesereihe »Schreiben gegen die Norm(en)?«.

Zuvor studierte ich Deutsche Philologie und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Wien und arbeitete von Dezember 2020 bis September 2024 am Austrian Centre for Digital Humanities an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, wo ich mich vor allem mit Karl Kraus (Rechtsakten der Kanzlei Oskar Samek, Dritte Walpurgisnacht) und Arthur Schnitzler (Briefwechsel mit Autorinnen und Autoren und diverse Nebenprojekte) beschäftigte. Ehrenamtlich leitete ich gemeinsam mit Julius Handl für viele Jahre die Wiener Literaturreihe »Gläserne Texte«.

Eine Auflistung meiner Publikationen ist auf ORCID zu finden. Viele Volltexte sind auch auf ResearchGate verzeichnet. Projektbezogene Publikationen und Vorträge sind zusätzlich hier gelistet, Pressemeldungen, Interviews und Rezensionen hier. Bei Rückfragen stehe ich gerne unter laura.untner@fu-berlin.de zur Verfügung. Auf Bluesky finden Sie mich ebenfalls.

Kontakt

Sie kennen einen literarischen Text aus dem deutschsprachigen Raum, der mit Sappho zu tun hat, aber hier nicht verzeichnet ist? Über Hinweise jeglicher Art bin ich sehr dankbar: laura.untner@fu-berlin.de.

Sie haben Verbesserungsvorschläge oder gar einen Fehler gefunden? Auch darüber freue ich mich. Am besten gleich ein Issue auf GitHub anlegen.

Dank

Für Unterstützung bei der Recherche danke ich ausdrücklich Julius Handl.

Für Feedback, Austausch und Unterstützung danke ich zudem Peter Andorfer, Julia Jennifer Beine, Ingo Börner, Frank Fischer, Achim Hölter, Klaus Illmayer, Dimitra Grigoriou, Martin Anton Müller, Bernhard Oberreither, Gregor Pirgie, Lisa Poggel, Henny Sluyter-Gäthje, Amrei Stanzel, Anita Traninger und Paula Wojcik.

Fördergeber

Gefördert von der Stadt Wien Kultur (MA 7 Wissenschaft)